Quelle: MBZ 02/2020

Strukturierte Fortbildung des Pfaff-Institutes: Form follows function

Vorgegeben wird die Form der Restauration immer durch die anatomischen Gegebenheiten des Zusammenspiels zwischen Muskulatur, Kiefergelenk und Gebiss. Hier gibt es komplizierte Zusammenhänge, die es gilt aufzuspüren und zu verstehen. Dabei kommen sehr spannende Verbindungen zu Tage.

Diese werden in der klinischen Funktionsanalyse aufgezeichnet und ausgewertet. Das Hauptaugenmerk dieser Untersuchung ist der aktuelle Befund des Kausystems. Dieser wird durch Palpation von Muskeln und Kiefergelenk, der Beschreibung der Unterkiefermobilität und der Erfassung von Knackgeräuschen festgestellt.

In der instrumentellen Funktionsanalyse wird durch die Gesichtsbogenübertragung die genaue Lage der Kiefer im Schädel auf die Modelle im Artikulator übertragen. Durch ein Zentrikregistrat wird die Relation der Kiefer zueinander bestimmt und die Achsiographie kann die Bewegungsbahn der Kiefergelenke aufzeichnen.

Fotos: proDente

Gezielt ergänzt wird die klinische Funktionsanalyse durch die manuelle Strukturanalyse. Mit diesem weiterführenden Untersuchungsverfahren besteht die Möglichkeit, einzelne anatomische Strukturen des Kausystems unter Belastung zu untersuchen und zu befunden. Ein wesentlicher Unterschied zur konventionellen klinischen Funktionsanalyse ist die Bestimmung sogenannter Belastungsvektoren. Diese beschreiben die Richtung, die zur Läsion einer Gewebestruktur geführt hat. Dieses ist für den therapeutischen Ansatz entscheidend.

Doch wofür der ganze Aufwand? Laut dem CMD-Dachverband e. V. leiden rund sieben Millionen Menschen in Deutschland an einer craniomandibulären Funktionsstörung. Ziel ist es, durch die Funktionsanalyse herauszufinden, welchen Einfluss die Okklusion auf das Kausystem und damit auf die gesamte Körperstatik hat.

Denn die Auswirkungen von Erkrankungen der Kiefergelenke und der Kaumuskulatur können zu gravierenden Beschwerden für die Patienten führen: Gelenkgeräusche und Schmerzen im Kiefergelenk, Einschränkung der Mundöffnung und anderer Kieferbewegungen, Kopfschmerzen und Migräne, Verspannungen im Nacken und Rücken, Bruxismus, Ohrenschmerzen und Tinnitus, Schlafstörungen, Schnarchen und viele mehr.

Betroffene suchen professionellen Rat und dies an erster Stelle bei ihrem Zahnarzt, denn oftmals verursachen Zahnverlust, umfangreiche Füllungs- und Kronenversorgungen oder aufwändige Anpassungen von Zahnersatz diese Symptome. Kommen dann noch psychosoziale Faktoren und Stress hinzu, kann das System entgleisen.

Wahrscheinlich kommen auch in Ihre Praxis Patienten mit diesen Beschwerden. Dann können Sie als Experte den zahnmedizinischen Faktor einer CMD-Problematik aussagekräftig abklären. Vor allem die Fragestellung, ob mit den zahnärztlich zur Verfügung stehenden Mitteln die überlastete Gewebestruktur therapeutisch zu beeinflussen ist.

Das Philipp-Pfaff-Institut und der erfahrene Referent Dr. Uwe Harth erwarten Sie zur Strukturierten Fortbildung Funktionsanalyse und -therapie für die tägliche Praxis.

Dr. Judith Schimann, Klinische Leitung am Philipp-Pfaff-Institut

Strukturierte Fortbildung: Funktionsanalyse und -therapie für die tägliche Praxis

Moderator: Dr. med. dent. Uwe Harth
Kursbeginn: Fr 20.03.2020, 14:00 - 19:00 Uhr und weitere fünf Termine
Zielgruppe: Zahnärzte
Kursgebühr: 1.650,- €, ermäßigt 1.485,– € bei Anmeldung bis zum 21.02.2020 und Zahlung bis zum 06.03.2020
Kursnummer: 1001.16
Punkte: 46 (Hands-on-Kurs)
Veranstaltungsort: Berlin
Flyer 1001.16

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