Quelle: MBZ 01/2020

Das Pfaff, der Wissensmultiplikator

Herzlich willkommen, Herr Lauerwald, in der Dentalfamilie! Stellen Sie sich bitte unseren Lesern kurz vor.
Ich bin 41 Jahre alt, verheiratet und habe drei Kinder. Ursprünglich komme ich aus dem schönen Oldenburg in Niedersachsen, habe aber die meiste Zeit in Hamburg gelebt.
Meine Familie und ich haben einige Etappen hinter uns gebracht. Die letzte war Karlsruhe, wo ich für das Berufsfortbildungswerk des DGB die Geschäftssegmentleitung Süd innehatte. Beruflich habe ich eine technisch-kaufmännische Ausrichtung und kann dabei auf mehr als 15 Jahre Erfahrung bei der Entwicklung, Planung und Umsetzung von Maßnahmen im Bereich der freien und Kammerbezogenen beruflichen Bildung zurückblicken.

Was hat Sie gereizt, die Aufgabe des Geschäftsführers zu übernehmen?
Der Reiz an der Position eines Geschäftsführers hängt für mich vor allem mit dem Grad der Gestaltungsmöglichkeit zusammen, die diese mit sich bringt. Insbesondere die Chance, hier meine Erfahrungen von verschiedenen Bildungsträgern einbringen zu können, finde ich sehr spannend.
Bei dieser Gelegenheit möchte ich mich ganz besonders bei meiner Frau bedanken, die mir den Rücken stärkt und ohne die ein solches Engagement für mich nicht denkbar gewesen wäre.

Kay Lauerwald, Geschäftsführer des Philipp-Pfaff-Instituts. Foto: privat

Sie hatten in den letzten Monaten Gelegenheit, in die einzelnen Bereiche des Pfaff hineinzuschauen und die Mitarbeiter kennenzulernen, wie sind Ihre ersten Eindrücke?
Durchweg positiv. Das Institut und seine einzelnen Bereiche sind gut organisiert und aufeinander abgestimmt.
Herr Dr. Schmidt Rogge hat hier ein tolles Team geschaffen, das gut eingespielt ist und den Teilnehmern und Referenten gegenüber einen Grad an Serviceorientierung an den Tag legt, welches seinesgleichen sucht.

Das Pfaff ist das Fortbildungsinstitut der Zahnärztekammer Berlin und der Landeszahnärztekammer Brandenburg. Welche Chancen oder Erfordernisse ergeben sich aus der gemeinsamen Trägerschaft und den unterschiedlichen Zielgruppen?
Die Chancen ergeben sich hier aus den verschiedenen Bedarfslagen der beiden Kammern. So haben wir immer die Möglichkeit, Dinge aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten.
Unsere Aufgabe dabei ist es, die verschiedenen Bedürfnisse zusammenzuführen und am Ende Kurse zu konzipieren, die für alle einen Mehrwert bieten. Schlussendlich profitieren dadurch immer unsere Teilnehmer.

Welche Kursangebote kommen besonders gut an?
So wie ich es sehe, gibt es kaum Kurse, die nicht gut ankommen. Auf einer solchen Basis aufbauen zu können, ist für mich natürlich Glück und Herausforderung zugleich.
Bei den Zahnärzten sind insbesondere die Strukturierten Fortbildungen sehr stark nachgefragt, die bei uns von Top-Referenten angeboten werden. Hier greift vor allem die Möglichkeit, sich selbst in diesem Kurs wiederzufinden und Schwerpunkte aus der Praxis zu setzen. Zudem freuen wir uns auch im ZFA-Bereich über die große Anzahl an Teilnehmern.

Das Pfaff hat bundesweit einen sehr guten Ruf. Was unterscheidet das Pfaff von den Fortbildungseinrichtungen anderer Zahnärztekammern oder privater Anbieter?
Zu allererst ist es für das Institut ein glücklicher Umstand, mit der Zahnklinik der Charité unter einem Dach zu sein, und wir freuen uns hier über besonders kurze Wege. Viele Studierende kommen dadurch bereits während ihres Studiums mit uns als ihrem zukünftigen Fortbildungsinstitut in Kontakt. Es freut uns sehr, viele der ansässigen Professoren zu unseren Referenten zählen zu dürfen.
Ein weiterer Vorteil ist, dass wir auf die Unterstützung und Infrastruktur von zwei Kammern zurückgreifen können.
Das Pfaff versteht sich als neutraler Wissensmultiplikator, dem die Neutralität gegenüber Herstellern von Dentalprodukten sehr wichtig ist. Hier wird sehr großer Wert auf eine vielfältige Auswahl und Objektivität gelegt, die es Teilnehmern ermöglicht, am Ende für sich selbst zu entscheiden, mit welchen Produkten sie in der Praxis arbeiten möchten.
Ein weiterer wesentlicher Punkt sind die Zertifizierungen nach DIN ISO und AZAV, die den höchstmöglichen Grad an Professionalisierung in der Planung, Organisation und Durchführung von Schulungsmaßnahmen mit sich bringen und einen wesentlichen Vorteil gegenüber anderen Bildungsträgern bieten.
Glücklicherweise verzeichnen wir auch außerhalb unserer Kammerbereiche einen kontinuierlichen Anstieg der Nachfrage an Kursen in unserem Institut. Dies ist vor allem auf die durchgehend hohe Qualität unserer Fortbildungen zurückzuführen.

Wie ist die Perspektive für die kommenden Jahre?
Wenn sich der Fortbildungsbereich auch weiterentwickelt, wird das Kerngeschäft sicherlich kaum Änderungen erfahren. Wir werden auch in den kommenden Jahren mit unserem bewährten Kurs- Prinzip unsere Stellung im Markt weiter ausbauen.
Eine besondere Herausforderung sind sicherlich Themen zur Digitalisierung, mit denen wir uns beschäftigen werden.
Das Wachstum der letzten Jahre wird nun unweigerlich zu einer Anpassung von Prozessen führen, um auch zukünftig agil Projekte umsetzen zu können.
Wir werden dies jedoch nicht von heute auf morgen tun, sondern uns Schritt für Schritt in diese Richtung bewegen.

Haben Sie bereits erste Pläne?
Wir werden uns intensiv mit den Möglichkeiten des E-Learnings beschäftigen. Ich sehe hier vor allem für unseren Auftrag aus Brandenburg den Bedarf, die angebotenen Kurse auch für Interessierte zugänglich zu machen, die aufgrund der Größe des Landes nicht mal eben abendlich über längere Strecken pendeln können. Im Rahmen der Digitalisierung werden wir sicherlich auch intern den Status quo und einige Prozesse genauer auf den Prüfstand stellen müssen.
Im Bereich des Marketings werden wir prüfen, inwiefern wir zukünftig in den sozialen Netzwerken tätig werden können und hier unsere Position ausbauen.
Es bleiben dann noch einige interessante Kursthemen, die es zukünftig zu etablieren gilt und bei denen wir auf entsprechende Nachfrage hoffen. Ich bin gespannt, wie viel sich dann am Ende davon umsetzen lässt.

Interview: Stefan Fischer

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