Quelle: MBZ 10/2019

Curriculum Hypnose und Kommunikation in der Zahnmedizin

Dieses spannende, aus sechs Wochenend-Kursen bestehende Curriculum lehrt, dass Angstpatienten, gar Phobiker jeden Alters, von Würgereiz Geplagte, sogar CMD-Patienten u. v. m. mit Hilfe der zahnärztlichen Hypnoseverfahren wunderbar behandelt werden können. Häufig ist es die Angst des Zahnarztes, mit der Angst des Patienten umgehen zu müssen. Daraus entsteht zumeist eine Stresssituation für alle Beteiligten. Warum dies nicht geschickt umgehen und die Behandlung für das gesamte Team und den Patienten so angenehm wie möglich gestalten?

Hypnose statt Narkose – unglaublich, aber wahr

Während das Thema „Zahnärztliche Kommunikation“ heutzutage mehr und mehr Zugang in die studentische Ausbildung erhalten hat, war dies zu meiner Studienzeit kein Lehrinhalt und somit abhängig von der Empathie des Zahnarztes. Das Curriculum schärft alle Sinne und effektiviert damit die Wahrnehmung. Aus meiner Sicht kann auch der im Neuro-Linguistischen Programmieren erfahrene Teilnehmer von den sechs Bausteinen des Curriculums profitieren.

 

Die Autorin, Dr. Anja Brinkmann (links), mit der Moderatorin und Referentin Dr. Jeannine Radmann.

Die Kursteile bauen sehr gut aufeinander auf. Schon während des ersten Kurswochenendes breitet sich eine Leichtigkeit und Entspanntheit bei den Kursteilnehmern aus. Statt wie in anderen Disziplinen der Zahnmedizin, die häufig mit verbissenem Perfektionismus einhergehen, dient dieses Curriculum vor allem auch der Aktivierung und Nutzung eigener Entspannungsfähigkeiten. Selbsthypnose lässt sich hervorragend mit wenig Zeitaufwand in allen Lebensbereichen einsetzen. Das Philipp-Pfaff-Institut konnte für die Kurse die erfahrene Berliner Zahnärztin Dr. Jeannine Radmann gewinnen. In Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Zahnärztliche Hypnose (DGZH) e. V. kann der Teilnehmer im Verlauf des Curriculums von der Erfahrung verschiedener Referenten mit ihren individuellen Vorlieben aus täglicher Praxiserfahrung profitieren.

Der Kursteilnehmer erhält für den Laien zunächst erstaunliche Einblicke, was die zahnärztliche Hypnose zu leisten fähig ist. Die Einheiten sind kurzweilig, auch durch das gute Verhältnis zwischen Theorie und Praxis. Bereits nach dem ersten Kurs lässt sich das Gelernte in der Praxis anwenden.

Angstfrei Behandlung genießen

Die Erfolge und Reaktionen bei Patienten und Behandlungsteam sind spannend. So schlürfte eine meiner Patientinnen, bei welcher mehrere Wurzelreste zu entfernen waren, während der Behandlung genüsslich einen Cocktail am Strand der Malediven. Bei einer Parodontitisbehandlung wanderte eine andere Patientin suggestiv mit Walkingstöcken durch die Gegend und war total entspannt sowohl während als auch nach der Behandlung, die ihr zuvor so viel Angst gemacht hatte. Auch meine Assistenz (welche auch gerne eine Hypnoseassistenzausbildung machen würde) und ich waren erstaunt und glücklich.

Voraussetzung ist jedoch immer, dass der Patient der Hypnose zustimmt und sich darauf einlässt. Wie beim Autofahren: Der Behandler gibt an, ob die Ampel gelb oder grün ist; allein der Patient entscheidet, ob er am Stopp-Schild hält, in welche Richtung er abbiegen möchte und wie weit er in Hypnose/Trance geht. Nahezu jeder Patient kann sich etwas Angenehmeres vorstellen, als auf einem zahnärztlichen Behandlungsstuhl zu sitzen. Die Erfahrung, seine Wahrnehmung weg von der Zahnbehandlung zum Beispiel hin zu einem Wohlfühlort richten zu können sowie stets reaktionsfähig zu bleiben, ermöglicht es vor allem auch Angstpatienten, langfristig sogar angstfrei zahnärztliche Behandlungen zu genießen. Dass der Benefit für Praxis und Team, aber auch für den privaten Alltag enorm ist, zeigte die Vorfreude bei allen Kursteilnehmern auf jedes weitere Curriculum-Wochenende. Wir verfolgten gespannt die zahlreichen Tipps zu diversen Techniken der Trance-induktion, von der Turboinduktion, Trancevertiefungstechniken bis hin zur zeitintensiveren Hypnotherapie.

Die erfolgreiche Arbeit mit dem Unbewussten habe ich vor Beginn des Curriculums kaum für möglich gehalten und bin begeistert, wie gewinnbringend diese Form der Kommunikation schon nach kurzer Zeit ist. Für mich war das absolute Highlight der sechste Kursteil. Hier hatte ich die Möglichkeit, vom Begründer der Deutschen Gesellschaft für zahnärztliche Hypnose, Dr. med. dent. Albrecht Schmierer, zu lernen und sogar selbst eine Hypnose zur Bruxismustherapie zu erleben.

Im Rahmen von Supervisionen bietet das Philipp-Pfaff-Institut die Chance, eigene Patienten-Fallbeispiele zu eruieren und sich auf professioneller Ebene auszutauschen. Der Lerneffekt hierbei soll auch für erfahrene Hypnosezahnärzte immer wieder gewinnbringend sein.

Die Betreuung durch die Mitarbeiter des Philipp-Pfaff-Institutes war während des gesamten Curriculums hervorragend, die Anmeldung unkompliziert und schnell. Auch im Curriculum Kinder- und Jugendzahnmedizin des Philipp-Pfaff-Instituts gehört das Thema Kinderhypnose mit Dr. Gisela Zehner zu den Lehrinhalten. 

Ich danke für diese umfangreiche und in jeder Hinsicht gewinnbringende Hypnose-Fortbildung in Berlin.

Dr. Anja Brinkmann

Curriculum für Hypnose und Kommunikation in der Zahnmedizin

Moderatorin: Dr. med. dent. Jeannine Radmann
Kursbeginn: Fr 22.11.2019, 14:00-20:00 Uhr und weitere 11 Termine
Zielgruppe: Zahnärzte
Kursgebühr: 2.970,- €, ermäßigt 2.675 € bei Anmeldung bis zum 25.10.2019 und Zahlung bis zum 08.11.2019
Kursnummer: 6030.10
Punkte: 102+15 (Hands-on-Kurs)
Veranstaltungsort: Berlin
Flyer 6030.10

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