26. Berliner Prophylaxetag: Vortragsblock

26. Berliner Prophylaxetag: Vortragsblock

Hybridveranstaltung

Sa 03.12.2022
FOBI-PX-Tag26-Vortrag
2201
145,00 €
Onlineteilnahme: 125€ Präsenzteilnahme: 145€
ZA+Mitarbeiter
8

Kursbeschreibung

Mundspüllösungen – ein Dauerbrenner mit und ohne Pandemie (Prof. Dr. Nicole Arweiler)

Mundspüllösungen haben in der Zahnmedizin einen hohen Stellenwert – dies zeigen zahlreichen wissenschaftliche Leitlinien und die Diskussion um das Mundspülen vor zahnärztlicher Behandlung in Zeiten der Covid-19 Pandemie. Im Vortrag soll zum einen auf das Potential von Mundspüllösungen bei der Hemmung oder Abtötung von Bakterien des dentalen Biofilms im Rahmen der Prophylaxe/Therapie entzündlicher Parodontalerkrankungen eingegangen werden. Zum anderen soll auch die Fähigkeit von Mundspüllösungen zur möglichen Abtötung von SARS-CoV2 kritisch analysiert werden. Die Teilnehmer erhalten wertvolle Tipps für die eigene praktische Tätigkeit sowie zur Beratung ihrer Patienten.

Delegation in der Zahnarztpraxis mit Fokus auf die neue PAR-Richtlinie – Möglichkeiten und Grenzen (Dr. Sebastian Ziller)
Ein wichtiger haftungsrechtlicher und forensischer Aspekt der täglichen Arbeit in der Zahnarztpraxis ist die Frage nach der Übertragung bestimmter Tätigkeiten. Der Grundsatz der persönlichen Leistungserbringung beinhaltet das Recht des Zahnarztes/der Zahnärztin, Zahnmedizinische Fachangestellte, die unter Aufsicht und unter allgemeiner arbeitsrechtlicher und besonderer zahnärztlicher Fachanweisung stehen, für die Delegation zahnärztlicher Tätigkeiten heranzuziehen. Die gesetzlichen Delegationseröffnungen sind in § 1 Abs. 5 und 6 des Gesetzes über die Ausübung der Zahnheilkunde (ZHG) geregelt.

Da die Absätze 5 und 6 im § 1 des ZHG nicht abschließend formuliert sind, ergeben sich bei neuen Lei-stungsbeschreibungen, wie z. B. aktuell der BEMA-Positionen in Zusammenhang mit der Richtlinie zur systematischen Behandlung von Parodontitis und anderen Parodontalerkrankungen (PAR-Richtlinie), Fragen hinsichtlich der Delegierbarkeit dieser (Teil-)Leistungen.

Ausgehend vom Zahnheilkundegesetz und den Aufstiegsfortbildungsqualifikationen zeigt der Vortrag an konkreten Beispielen, welche Leistungen der Zahnarzt / die Zahnärztin rechtssicher delegieren kann und wo die Grenzen der Delegation liegen. Dabei wird zentral die neue Behandlungsstrecke bei der Parodontitistherapie unter den Bedingungen der seit dem 1. Juli 2021 geltenden PAR-Richtlinie berücksichtigt. Zudem werden auch haftungs- und arbeitsrechtliche Aspekte erläutert.

Erfolgreich zu kommunizieren – wie geht das? Überzeugen und nicht überreden (Prof. Dr. Johan Wölber)
Häufig ist der Praxisalltag geprägt von „direktiver“ Kommunikation, d. h. von vielen kleinen Anweisungen und gut gemeinten Ratschlägen (die wir aussprechen oder bekommen) und häufig fühlen wir uns dadurch nicht unbedingt motivierter. Das trifft häufig auch auf das Gespräch mit Patient*innen in der Prophylaxe zu.
Erfolgreiche Kommunikation kann man aber lernen und im Praxisteam leben. Eine Kommunikationsmethode, die in ihrer Wirkung als erfolgreich untersucht wurde, ist die Motivierende Gesprächsführung (engl. Motivational Interviewing) nach Miller und Rollnick. Sie ist geprägt von Wertschätzung, dem Blick auf das, was Patient*innen bereits können und viel eigenen Ideen (im Gegenteil zu Ratschlägen). Denn es sind häufig die eigenen Ideen, die für das eigene Leben am besten sind.
Motivierende Gesprächsführung kann für eigentlich alle Bereiche in der Prophylaxe eingesetzt werden. Vor allem natürlich bezüglich Motivation zur Mundhygiene, aber auch zur Raucherentwöhnung oder Ernährungsumstellung.
Der Vortrag zeigt die Basics der Motivierenden Gesprächsführung, sowohl in Theorie als auch Praxis.

Prävention in der Senioren-Zahnmedizin – zu spät oder gerade jetzt? (Prof. Dr. Stefan Zimmer)
Es ist das Wesen der Prävention, dass sie dauerhaft betrieben werden muss. Es bringt nichts, wenn ich mich nur mal ein Jahr gesund ernähre, einen Monat Sport treibe oder kurz mit dem Rauchen aussetze. Auch für die Mundgesundheit ist dauerhafte Vorbeugung erforderlich, aber sie muss den sich im Laufe eines langen Lebens ändernden Bedürfnissen angepasst werden. Das gilt insbesondere in der Seniorenzahnmedizin, in der einerseits spezifische Risiken (Wurzelkaries, Erosionen, Abrasionen, Parodontitis) und Bedürfnisse (Pflege von Zahnersatz) zunehmen und andererseits die körperlichen Ressourcen (Mobilität, Geschicklichkeit, Sehvermögen) abnehmen. Aber noch eine Erkenntnis ist wichtig: Solange noch Zähne vorhanden sind, ist es nicht zu spät, mit Prävention zu beginnen.

Bitte beachten Sie, dass die Referenten ggf. teilweise online dazugeschaltet sind.


Kurstermine



Sa 03.12.22, 09:00 - 16:00 Uhr