Biomechanik bei komplexen Kasuistiken

Biomechanik bei komplexen Kasuistiken

Fr 04.03.2022 — Sa 05.03.2022
FOBI-KFO-Kasuistiken
2101
755,00 €
ZA
8+1+8+1

Kursbeschreibung

In der täglichen kieferorthopädischen Praxis sind wir in allen Stadien der Wachstums- und Dentitionsentwicklung unserer Patienten immer wieder mit überraschenden Befunden konfrontiert. Diese zu erkennen und adäquat darauf zu reagieren, erfordert oft erweiterte diagnostische Maßnahmen, in der Bildgebung, in interdisziplinärer Vernetzung, hinsichtlich des Timings, der Triage bis hin zur speziellen Biomechanik. Bei verlagerten oder retinierten Front- und Seitenzähnen sowie bei überzähligen Zähnen ist die Frage nach ihrer möglichen Einstellbarkeit oder notwendigen Entfernung abzuwägen. Bei unterzähligen Zähnen wie Aplasien, geht es im erweiterten Sinn um die Ex- versus NonEx Entscheidung.

Zu den besonderen Herausforderungen gehört die Eckzahnverlagerung, die häufig zu spät diagnostiziert wird. Hier ist präventiv bereits die sorgsame Überwachung der Gebissentwicklung wichtig. Zu differenzieren ist zwischen bukkalen und palatinalen Eckzahnverlagerungen, die im Hinblick auf Ätiologie und Morphogenese quasi so unterschiedlich sind wie Äpfel und Birnen. Die jeweilige Therapie wird von der Diagnostik, oft unter Einbeziehung von CT/DVT, über speziell geeignete Geräte und verschiedenartige chirurgische Freilegungsmethoden, bestimmt.

Neben den vielfältigen Dentitionsstörungen stehen auch pathologische Gewebsreaktionen wie Ankylosen oder primäre Durchbruchsstörungen sowie Wurzelresorptionen im Fokus. Hier richtet sich das weitere kieferorthopädische Vorgehen nach Protokollen, basierend auf Empfehlungen neuester Forschung.

Schlussendlich ist die skelettale Entwicklung unserer Patienten vollumfänglich zu beachten. In der transversalen, vertikalen und sagittalen Basenrelation, muss sich die Aufmerksamkeit auch auf asymmetrische Befunde richten. Können dentoalveoläre Zahnwanderungen und Zwangsbissführung ausgeschlossen werden, beginnt die Suche nach der Ursache für die Asymmetrie im skelettalen Bereich. Zwar gilt, dass in der Natur die Asymmetrie eher die Norm ist als die Symmetrie, so kommt es doch sehr auf die Ausprägung asymmetrischer Befunde an. Funktionelle Beeinträchtigungen werden ebenso von Patienten genannt wie ästhetische Anliegen. Das therapeutische Spektrum reicht hier von reiner Kieferorthopädie bis zu gnathisch chirurgischen Umstellungsosteotomien.

Der Kursinhalt umfasst das Vorgehen bei:

  • Dentitionsstörungen
  • Aplasien
  • Eckzahnverlagerung
  • Wurzelresorptionen
  • Asymmetrien

Gemeinsame Übungen erfolgen zur Diagnostik und zu Behandlungsplanungen.