Strukturierte Fortbildung: Funktionsanalyse und -therapie für die tägliche Praxis

Strukturierte Fortbildung: Funktionsanalyse und -therapie für die tägliche Praxis

in Planung
FOBI-CF-FA
2301
wird noch bekannt gegeben
Gebühr wird noch festgelegt.
ZA
45

Moderator

Kursbeschreibung

In der Kursserie „Funktionsanalyse und -therapie für die tägliche Praxis“ wird ein zeitgemäßes Behandlungskonzept der zahnärztlichen Funktionslehre dargestellt. Besonderer Wert wird auf die Umsetzbarkeit der komplexen Thematik in den täglichen Behandlungsablauf gelegt. Mit einem Mix aus Theorie und praktischen Übungen werden alle wichtigen Informationen auf dem Gebiet der zahnärztlichen Funktionslehre in kompakter, verständlicher und überschaubarer Art und Weise weitergegeben.

Grundlagen der Funktionslehre und klinische Funktionsanalyse (Dr. Harth)
In diesem Kurs werden die Grundlagen für die Behandlung funktionsgestörter Kausysteme erarbeitet. Welchen Aufgaben müssen wir Zahnärzte uns heute in der Funktionslehre stellen? Wie sieht ein zeitgemäßes Behandlungskonzept in der zahnärztlichen Funktionslehre aus und wie kann es von einem zahnärztlichen Praktiker in der täglichen Praxis umgesetzt werden? Welche Rolle spielt die Okklusion in der Komplexität des CMD Geschehens? Ist eine Funktionsbehandlung, die ausschließlich auf dem Faktor Okklusion basiert noch zeitgemäß oder ist von vornherein ein interdisziplinärer Behandlungsansatz notwendig?
In diesem Basiskurs werden die Grundlagen der Anatomie und Physiologie des Kausystems erarbeitet. Sie sind Voraussetzung für das Verständnis der Funktion und später für das Verstehen der Dysfunktion und deren Behandlung.
Eine systematische Befunderhebung des Kausystems im Rahmen einer klinischen Funktionsanalyse ermöglicht dem Zahnarzt eine craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) zu diagnostizieren. Die Ausrichtung des Untersuchungsganges kann unterschiedlich sein: in der klassischen klinischen Funktionsanalyse wird der momentane Befund des Kausystems durch Palpation von Muskeln und Kiefergelenk, Beschreibung der Unterkiefermobilität und der Knackgeräusche erfasst. Die manuelle Strukturanalyse geht im Detail weiter. Sie gibt dem Zahnarzt die Möglichkeit, einzelne anatomische Strukturen des Kausystems unter Belastung zu untersuchen und zu befunden. Ein wesentlicher Unterschied zur konventionellen klinischen Funktionsanalyse ist die Bestimmung sog. Belastungsvektoren. Dieses ist für den therapeutischen Ansatz entscheidend.
Der Zahnarzt sollte in der Lage sein, den zahnmedizinischen Faktor einer CMD-Problematik aussagekräftig abzuklären. Die dafür notwendigen Untersuchungsmethoden und Behandlungsschritte werden den Kursteilnehmern erklärt. Nach wie vor spielt das Zentrik-Registrat in der zahnärztlichen Funktionslehre eine zentrale Rolle. Der „Mythos Zentrik“ hat aber eine andere Wertschätzung bekommen. Es gibt nicht nur die eine Idealposition der Kondylen in der Gelenkfossa, die korrekt ermittelt werden muss, um zu einem therapeutischen Erfolg zu kommen. Die zentrische Kieferrelationsbestimmumg mit dem Dawson Griffes wird erklärt und demonstriert. Anhand von in den Artikulator montierten Modellen lernen die Kursteilnehmer den Einflussfaktor Okklusion zu bewerten, letztendlich für den Zahnarzt der entscheidende Bewertungsfaktor, da er nur diesen auch direkt beeinflussen kann. Das gezeigte Konzept ist auch Grundlage und Erfolgsgarant jeder umfangreichen restaurativen Behandlung. Es ist mit vertretbarem instrumentellem Aufwand in jeder Zahnarztpraxis auch unter wirtschaftlichen Kriterien durchführbar.
Ziel dieses Kurses ist es, die Grundlagen der klinischen Funktionsanalyse und der manuellen Strukturanalyse darzustellen und den zahnärztlichen Einflussfaktor für das Entstehen einer CMD, die Okklusion, bewerten zu lernen, um damit eine zahnärztliche Behandlungsplanung und -therapie durchführen zu können.

CMD Diagnostik: Klinische Funktionsanalyse und manuelle Strukturanalyse / Zentrische Kieferrelationsbestimmung (Dr. Harth)
In diesem praktischen Arbeitskurs steht die CMD Diagnostik im Mittelpunkt. Mit dem Wissen des ersten Kurses werden die Untersuchungs-Techniken der klinischen Funktionsanalyse und manuellen Strukturanalyse und die zentrische Kieferrelationsbestimmung mit dem Dawson Griff demonstriert und geübt.
Die manuelle Strukturanalyse geht im Detail weiter als die klinische Funktionsanalyse und weist dem Behandler einen Weg in den therapeutischen Ansatz. Sie gibt dem Zahnarzt die Möglichkeit, einzelne anatomische Strukturen des Kausystems unter Belastung zu untersuchen und zu befunden und einem Belastungsvektor zuzuordnen. Dieses ist für den therapeutischen Ansatz entscheidend.

Praktische Übungen:

  • Kieferrelationsbestimmung: Zentrik-Registrat mit dem Dawson Griff
  • Arbiträre Gesichtsbogenübertragung
  • Modellmontage, Splitcastkontrolle
  • Diagnose am Modell (inkl. Kondylen-Positions-Analyse, MPI)
  • Praktische Übungen der Manuellen Strukturanalyse

Theoretische Grundlagen:

  • Anatomie des Kiefergelenkes
  • Pathologie des Kiefergelenkes
  • Untersuchungsmethoden und Diagnosestellung (Manuelle Strukturanalyse nach Bumann)
  • Therapeutische Konsequenzen aus der Modellanalyse und der manuellen Strukturanalyse
  • Abschlussdiskussion
  • Artikulatoren (SAM 2PX) und Gesichtsbögen werden vom Kursleiter gestellt. Es können aber auch eigene Geräte mitgebracht werden.

Therapeutische Konsequenzen aus der klinischen Funktionsanalyse und manuellen Strukturanalyse.
Befundbezogene Okklusionsschienentherapie und Behandlungsstrategie nach der Schiene.
(Dr. Harth)
Häufigstes therapeutisches Hilfsmittel des Zahnarztes bei craniomandibulären Funktionsstörungen ist die Okklusionsschiene. Diagnosebezogen kommen unterschiedliche Okklusionsschienen zur Anwendung.
Aus der Systematik der manuellen Strukturanalyse wird das Konzept einer befundbezogenen Okklusionsschienenbehandlung erarbeitet. Die Fragestellung, ob weitere unterschiedliche Behandlungsmittel und eine interdisziplinäre Mitarbeit anderer Behandler notwendig sind, wird erörtert. Dazu gehören therapeutische Apparaturen jenseits der Okklusionsschiene, eine medikamentöse Begleittherapie und die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Physiotherapeuten, Osteopathen und Orthopäden.
Die technische Herstellung der Okklusionsschienen hat sich durch die Möglichkeiten der Digitalisierung analoger Prozessvorgänge verändert. Wurden bisher hauptsächlich Okklusionsschienen auf der Basis tiefgezogener Schienen mit okklusaler Justierung mit Kaltpolymerisat erstellt oder individuelle Schienen, die mit Splitterpolymerisat additiv gestreut wurden so werden heute Okklusionsschienen zunehmend per CAD/CAM Verfahren oder per Druck erstellt.
In diesem Kurs wird die Herstellung einer Okklusionsschiene per CAD/CAM Verfahren auf der Basis analog montierter Modelle im Artikulator gezeigt.

Demonstration:

  • Herstellung einer Okklusionsschiene (labortechnisch und klinisch):
    • Eingliederung der Okklusionsschiene
    • Nachsorge

Je nach Ausgangssituation endet die Okklusionsschienentherapie eines funktionsgestörten Patienten damit, dass eine neue Unterkieferposition nur über die Schiene stabilisiert wird. Nach Entfernung der Schiene ist die vorhandene Okklusion aufgehoben, wir finden nur Kontakte einzelner Zähne oder aber sogar eine Öffnung der Okklusion im Molarenbereich. Die Schwierigkeit besteht darin, die auf der Okklusionsschiene stabilisierte Unterkieferposition vorhersagbar genau auf die Gebisssituation des Patienten zu übertragen. Je nach Ausgangssituation erfolgt die endgültige Stabilisierung durch Einschleifmaßnahmen, restaurative oder kieferorthopädische Behandlung. In diesem Kurs soll die Systematik einer Einschleiftherapie und das systematische Vorgehen einer restaurativen Therapie erarbeitet werden.

Programm:

  • Theoretische Grundlagen
  • Einteilung der therapeutischen Unterkieferpositionen: Zentrik - „Nicht“-Zentrik
  • Stabilisierung einer zentrischen Okklusionsposition:
    • über Einschleiftherapie:
      • Modellanalyse
      • Einschleifen am Modell
      • Einschleifen am Patienten
      • Aufbau einer Front/Eckzahnführung
    • über restaurative Therapie:
      • Modellanalyse
      • Artikulatorprogrammierung
      • Zentrikregistrat
      • Management des restaurativen Vorgehens
      • Stellenwert der provisorischen Behandlungs-Restaurationen
  • Stabilisierung einer nicht-zentrischen Okklusionsposition:
    • über restaurative Therapie:
      • Bedeutung der Okklusionsschiene für die endgültige Stabilisierung
    • Therapieweg:
      • Registrierung mit der Okklusionsschiene
      • Therapeutische Provisorien als geklebte Kompositaufbauten
      • Registrierung mit der Okklusionsplatte (Memobite)
      • Restaurationen zementieren
      • Restaurationen adhäsiv befestigen
      • Patientenbeispiele

Demonstration:

  • Registrierung einer therapeutischen Okklusionsposition mit der Okklusionsschiene

Abschlussdiskussion (Dr. Harth)

Übergabe der Zertifikate