Refresher 2021: Endodontie

DVT, Single-File Präparation, Desinfektion, Zugangskavität und zusätzliche Wurzelkanäle

DVT in der Endodontie: Vorteile und Grenzen (S. Bürklein)

Die DVT-Geräte werden immer erschwinglicher und die Indikationen vielfältiger. Seit langem sind zahlreichen Indikationen zur Anwendung in der Endodontie für komplexe Fälle aller Art etabliert und einige sehen in der DVT einen sogenannten „Gamechanger“, der die Endodontie auf ein neues Niveau zu heben vermag. Was steckt hinter den vielversprechenden Äußerungen und wann ist die DVT wirklich indiziert? Ab wann sollte man auf die überlagerungsfreie, dreidimensionale Diagnostik zurückgreifen und wann reicht die etablierte zweidimensionale radiografische Bildgebung? Der Vortrag zeigt anhand zahlreicher klinischer Fälle die Vorteile der DVT für eine adäquate Diagnostik, Therapieplanung und Behandlung, setzt sich aber auch kritisch mit der 3D-Bildgebung auseinander und geht auf Grenzen und Limitationen der Technik ein.

Die Präparation der Zugangskavitäten und das Auffinden „zusätzlicher“ Wurzelkanäle (M. Hülsmann)

Die Präparation der endodontischen Zugangskavität ist einer der wichtigsten Schritte einer Wurzelkanalbehandlung und nicht selten entscheidend für den weiteren reibungslosen Verlauf der Behandlung. In der (kontroversen) Diskussion sind zurzeit sog. minimal-invasive Zugangskavitäten, die vor allem den Substanzerhalt zum Ziel haben. Erhöhen solche Kavitäten tatsächlich die Stabilität der Zähne? Wo liegen die Probleme derartiger Mini-Kavitäten? Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass die Zahl und Lage der Wurzelkanäle in jedem Zahntyp beträchtlich variieren können: Oberkiefermolaren weisen in 80-90% vier Wurzelkanäle auf, Unterkieferfrontzähne in bis zu 30% zwei Wurzelkanäle, Prämolaren in 0,5-5% drei Wurzelkanäle. Anhand klinischer Fälle werden Hinweise zum Auffinden „zusätzlicher“ Kanalsysteme diskutiert.

Single-File Präparation: geht das überhaupt? (S. Bürklein)

Die Nickel-Titan-Feilensysteme zur Präparation der Wurzelkanäle haben hinsichtlich der Metallurgie und des Designs rasante Entwicklungen durchlaufen. Die Konzepte reichen von Systemen mit reduzierten Feilenanzahlen für die rotierende, reziproke oder exzentrische Bewegung hin zur vollständigen Präparation mit nur einer einzigen Feile. Sind die Ergebnisse der modernen Systeme mit jenen klassischer Systeme vergleichbar? Sind die Einfeilensysteme den Mehrfeilensystemen über- oder unterlegen? Bestehen (noch) unbekannte Risiken bei der Anwendung einer reduzierten Feilenzahl? In dem Vortrag werden die klinisch relevanten Aspekte der klassischen und modernen Feilensysteme gegenübergestellt und kritisch bewertet.

Desinfektion der Wurzelkanäle (M. Hülsmann)

Die sog. „Spülung“ des Wurzelkanals hat sich zu einem komplexen Desinfektionsvorgang mit ausgefeilten Protokollen entwickelt. Neben der Anpassung der Desinfektionslösungen an die Erkenntnisse zur endodontischen Mikrobiologie und zum intrakanalären Biofilm hat auch die Technik der Applikation enorme Veränderungen erfahren. Die passive Ultraschallspülung hat eine Renaissance erlebt, neuere Verfahren benutzen Polymerstäbe, Plastikbürstchen oder Unterdrucksysteme. Laser und photodynamische Methoden ergänzen die Palette derzeit diskutierter Desinfektionstechniken. Der Vortrag präsentiert die interessantesten Neuentwicklungen und den Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse und stellt Überlegungen zu einem differenzierten Desinfektionskonzept zur Diskussion.

Kursdetails

Theoretischer Kurs
Termin: Sa 30.10.2021, 09:00 - 16:00 Uhr
Zielgruppe: Kurs für Zahnärzte
Kursgebühr: 325,– €
Kursnummer: 4078.0
Punkte: 8
Referenten:

OA Dr. S. Bürklein
Univ.-Prof. Dr. M. Hülsmann
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