Curriculum Endodontie

Curriculum Endodontie

Das Curriculum soll den Teilnehmern einen Überblick über die Grundlagen und den aktuellen Stand der Endodontologie vermitteln. Es wird ihnen dabei helfen, ein eigenes, wissenschaftlich fundiertes und biologisch orientiertes Therapiekonzept zu entwickeln. Es werden eine Vielzahl von Instrumenten, Techniken und Materialien vorgestellt sowie kritisch diskutiert, um den Teilnehmern Leitlinien zur Bewertung und Auswahl an die Hand zu geben. Die Teilnehmer sollen in die Lage versetzt werden, den Schwierigkeitsgrad auch komplexer Fälle einzuschätzen, potentielle Probleme rechtzeitig zu erkennen, nach Möglichkeit zu vermeiden, bei Eintritt aber adäquat zu managen sowie ihr Behandlungsspektrum schrittweise auszuweiten. Zugleich soll die Fähigkeit zur Vorstellung und (selbst-)kritischen kollegialen Diskussion klinischer Fälle geschult werden. Der Kursteil endodontologische Abrechnung wird auch Live gestreamt, so dass Ihre ZMV die Möglichkeit der kostenfreien Teilnahme erhält.

Einführung in das Curriculum (Univ.-Prof. Hülsmann, Univ.-Prof. Schäfer)

  • Grundlagen der Endodontie
  • Ziele, Konzepte, Richtlinien der Endodontie
  • Pathologie der Pulpa und des apikalen Parodontes
  • Systemische Aspekte der Endodontie
  • Belassen oder Entfernung vorhandener Restaurationen?
  • Vorbereitung des Zahnes: Aufbaufüllung und Kofferdam
  • Anatomie der Zähne und Präparation der Zugangskavitäten
  • Einsatz von Gates-Glidden-Bohrern und Ultraschallsystemen
  • Auffinden zusätzlicher Kanalsysteme
  • Identifikation und Darstellung des mb2 an Oberkiefermolaren
  • Wie erstelle ich eine Fallpräsentation?

Praktische Übungen:

  • Präparation der Zugangskavität unter dem Dentalmikroskop
  • Kofferdam (Einzelzahntechnik)
  • Darstellung des mb2 am OK-Molaren

Manuelle Präparation (Univ.-Prof. Schäfer)
Diagnostik und Differenzialdiagnostik, Differenzialtherapie, Vitalerhaltung der Pulpa: Indikation, Techniken und Prognose, Schmerzbehandlung, Bestimmung der Arbeitslänge, Grundsätze der Präparation, Instrumentenkunde (manuelle Wurzelkanalinstrumente), Endobox, Sterilisation, Manuelle Aufbereitungstechniken, Probleme der Präparation.

Maschinelle Präparation mit NiTi-Instrumenten (Univ.-Prof. Hülsmann, Univ.-Prof. Attin)
Anforderungen an Präparationstechniken und -systeme: Reinigungswirkung, Formgebung, Arbeitssicherheit

  • Unterschiede im Design von NiTi-Instrumenten
  • Vorstellung unterschiedlicher Systeme und ihrer Eigenschaften
  • Systematik und Vorteile der Crown-Down-Technik
  • Standard- und Single length-Technik
  • Instrumentenfrakturen: Inzidenz, Ursachen und Prävention
  • Bedeutung der Torque-Kontrolle zur Bruchminimierung
  • Wie gut ist die NiTi-Präparation: Reinigungswirkung, Formgebung, Arbeitssicherheit, Zeitersparnis, klinische Erfolgsquote? Ein Blick in die Literatur
  • Desinfektion des Wurzelkanalsystems
  • Anforderungen an die Desinfektion in der Endodontie – aktuelle Konzepte
  • Neue Hilfsmittel zur Spülung (RinsEndo, EndoActiator, RoekoBrush u. ä.)
  • Laser, Ozon und photodynamische Desinfektion
  • Die passive Ultraschallspülung (PUI)
  • Wechselwirkungen zwischen Spüllösungen und Spülzwischenfälle
  • Die medikamentöse Einlage: Wann, warum und womit?
  • Ein- oder mehrzeitige Wurzelkanalbehandlung

Praktische Übungen:

  • Maschinelle Präparation mit verschiedenen NiTi-Systemen (FlexMaster, ProTaper, Mtwo…) und zur Ultraschallspülung

Wurzelkanalfüllung (PD Dr. Bitter, Dr. Wolf-Yamamura)

  • Füllmaterialien: Zusammensetzung und Eigenschaften
  • Guttapercha
  • Sealer
  • Stiftsysteme
  • Resilon warme und kalte Fülltechniken
  • Stifttechniken
  • Probleme der WKF
  • Voraussetzungen für die Obturation
  • Zeitpunkt der Obturation
  • Vorbereitungen zur Obturation
  • Step-by-Step: Laterale Kondensation
  • warme vertikale Kondensation
  • Probleme bei der Obturation und ihr Management
  • Vor- und Nachteile unterschiedlicher Füllltechniken

Praktische Übungen:

  • laterale und vertikale Kondensation unter dem Dentalmikroskop

Zahntrauma: Biologie berücksichtigen, Ästhetik wiederherstellen (Univ.-Prof. Dr. Krastl)
Fokussierung auf eine moderne biologisch orientierte, evidenzbasierte Traumatologie auf die Förderung der Wundheilungsvorgänge. Zellphysiologische Lagerungsmedien, Tetrazykline, Steroide, Schmelz-Matrix-Proteine, biokompatible sowie biomimetische Materialien sind einzelne Puzzleteilchen, die sich zu neuen Therapiekonzepten ergänzen und in komplexen Fällen über Zahnerhalt oder -verlust entscheiden. Bei Kindern gilt es negative Auswirkungen auf das Kieferwachstum zu vermeiden und der noch hohen Lebenserwartung der Patienten Rechnung zu tragen.

  • Erstversorgung: Welche Materialien brauche ich in der Praxis?
  • Therapie nach Zahnfraktur: Fragment ankleben, Komposit oder doch Vollkeramik?
  • Kronenfrakturen mit Wurzelbeteiligung: Kronenverlängerung, Extrusion oder intentionelle Replantation?
  • Wurzelquerfraktur: Warum solche Zähne meistens problemlos langfristig erhalten werden können?
  • Heilungsvorgänge beeinflussen bei Dislokationsverletzungen: Emdogain, Kortison oder Tetrazyklin?
  • Endo bei weit offenem Apex: Was kann MTA, wie wird es verwendet?
  • Spätfolgen nach Trauma managen: Gibt es überhaupt „hoffnungslose“ Fälle?
  • Umgang mit infektionsbedingten Resorptionen: Welche Einlage?
  • Umgang mit ankylosierten Zähnen
  • Traumatische Zahnverfärbungen: Wie und mit was bleichen?

Abrechnung endodontischer Leistungen (E. Parlak)

  • Wann BEMA – wann GOZ?
  • GKV-Behandlungsrichtlinien: Was ist zu beachten?
  • Zuzahlungsverbot in der GKV
  • Außervertragliche Leistungen, Berechnung von Materialien, Fallbeispiele

Dieser Kursteil wird online übertragen, so dass zusätzlich Ihr*e ZMV die Möglichkeit der kostenfreien Teilnahme erhält.

Apikale Chirurgie (Dr. Petschler)
Indikationen und Kontraindikationen, Fallauswahl und Diagnostik, Erfolgskriterien, Anästhesie, Lappendesign: Techniken, Vor- und Nachteile unterschiedlicher Designs, Technik der retrograden Präparation, Einsatz von Ultraschall, Techniken und Materialien zur retrograden Obturation (MTA), Nahttechniken und -materialien, Probleme und Prognose apikalchirurgischer Maßnahmen.
Praktische Übungen unter dem Dentalmikroskop zur retrograden Ultraschallpräparation und Handhabung der unterschiedlichen Verschlussmaterialen.

Revisionen (Univ.-Prof. Hülsmann)
Häufigkeit und Ursachen des endodontischen Misserfolgs, Indikation und Entscheidungshilfen: keine Therapie/Revision/WSR/Extraktion? Spezielle Keimflora bei endod. Misserfolgen, Konzepte und Techniken, Entfernung von Stiften und Stiftaufbauten, Entfernung von: Guttapercha, Silberstiften, Pastenfüllungen, Zementfüllungen, frakturierter Instrumente, Desinfektionsprotokoll bei endod. Misserfolgen, Problemmanagement, Prognose/Erfolgsquoten in Abhängigkeit unterschiedlicher Voraussetzungen, Bleichen endodontisch behandelter Zähne.

Praktische Übungen:

  • Revision der Wurzelfüllungen des vorigen Moduls mit manuellen und maschinellen Techniken

Falldarstellungen und kollegiales Abschlussgespräch (Univ.-Prof. Hülsmann)

Übergabe der Zertifikate

Bitte sammeln Sie für die praktischen Übungen:

  • Extrahierte Zähne in größerer Anzahl (v. a. Molaren)
    • mit intakten Wurzelspitzen
    • möglichst mit mäßiger und schwieriger Wurzelkrümmung

Wie die Zähne vorbereitet werden sollen, wird Ihnen rechtzeitig bekannt gegeben.

Curriculum Endodontie

Moderator: Univ.-Prof. Dr. Michael Hülsmann
Kursstart: Fr 28.01.2022, 14:00 – 19:00 Uhr und Sa 29.01.2022, 09:00 – 17:00 Uhr (insgesamt 14 Termine)
Zielgruppe: Kurs für ZA
Kursgebühr: 4.390,– € (Ratenzahlung möglich)
Punkte: 114+15