Wann? 2. und 3. Dezember 2022
Wo? Rostlaube, Habelschwerdter Allee 45, 14195 Berlin
Parkplätze vorhanden? Ja, siehe auch hier (Seite der FU Berlin

Logo des 26. Berliner Prophylaxetages

Mit zukunftsweisenden Themen zur Prävention von Zahnerkrankungen wird das Programm unseres diesjährigen Prophylaxetages gestaltet: Das Philipp-Pfaff-Institut lädt das gesamte Team der Zahnarztpraxis ein, sich am 2. und 3. Dezember 2022 durch neue Impulse aus Wissenschaft und Praxis vielseitig fortzubilden.

Das bewährte 2-Tages-Konzept unseres Prophylaxe-Events wird beibehalten. Am ersten Tag können Sie Ihre Kenntnisse in verschiedenen Workshops rund um die Prophylaxe auffrischen und vertiefen. Am Folgetag werden von anerkannten Experten aus der Zahnmedizin wissenschaftliche Erkenntnisse und ihre Umsetzung im Praxisalltag vorgestellt.

An beiden Tagen haben Sie gleichzeitig die Möglichkeit, sich über Neuheiten der Dentalbranche, besonders im Bereich der zahnärztlichen Prävention und Prophylaxe, zu informieren.

Workshops

Freitag, 2.12.2022, Veranstaltungsort: Rostlaube, Habelschwerdter Allee 45, 14195 Berlin

Halitosis – unser Thema

ZMF Susanne Lauterbach: Halitosis – ein Thema was bis heute noch tabuisiert wird und zu wenig Anerkennung in den Zahnarztpraxen findet.

Über die Hälfte der Weltbevölkerung leidet an Halitosis. Für Menschen mit Mundgeruch sollte die Zahnarztpraxis der zuerst gewählte Ansprechpartner sein.

Unsere Aufgabe ist die Erhebung der intensiven Anamnese, die Feststellung der Diagnose und die Erstellung eines individuellen Behandlungskonzeptes, um eine Lösung des Problems anbieten zu können. Ein Weg zum Ziel – bereits die Verbesserung der häuslichen Mundhygiene kann zum gewünschten frischen Atem führen. In unserem Workshop wird die Referentin und Expertin zum Thema Halitosis, Frau Susanne Lauterbach, interessante Ideen und weitere Lösungsansätze sowie ein Halitosis-Konzept vorstellen. Ziel ist es, die Halitosis-Diagnostik in das Prophylaxe-Konzept einzubinden und somit bei unseren Patienten für ein rundum gutes Mundgefühl zu sorgen.


Entspannung und zahnärztliche Behandlung – zusammen möglich? Ein Workshop mit praktischen Yogaübungen

Dr. med. dent. Andrea Diehl, M. Sc.: Die Körperhaltung in der Zahnmedizin ist vielfach ungünstig. Es gibt ergonomische Konzepte, jedoch lässt sich nicht jeder Patient, aufgrund individueller Befindlichkeiten, optimal lagern oder die auszuführende Behandlung bedingt eine unentspannte Körperhaltung.
Im Rahmen der zahnärztlichen Behandlung ist die Arbeitshaltung für uns täglich eine Herausforderung.
Der Oberkörper rotiert zum Patienten, der Kopf wird seitwärts geneigt, die Hände halten Instrumente. Dabei kommt es zu Verschiebungen der inneren Organe, die zur Beeinträchtigung der Verdauung, der Atmung und des Herz-Kreislauf-Systems führen.
Was können wir für uns und für unsere Patienten optimieren, um diese Situation in der Behandlungsphase zu entspannen?
Im Yoga sind Atemtechniken – Pranayama – elementar. Bewusstes Atmen kann beruhigen. Es gibt Atemtechniken zur Selbstberuhigung und zur Entspannung der Patienten.
Yogaübungen – Asanas – können der anstrengenden Körperhaltung in der Arbeit entgegenwirken. Zum einen können gestauchte Partien gedehnt werden und andere Partien gekräftigt werde.
Die Verdauung kann angeregt werden und durch die bewusste Yogapraxis kann man allmählich zur mehr innerer Ruhe und Gelassenheit finden.


Aktuelle Intraoral-Scanner im Praxis Alltag – Workshop für die Assistenz

ZA Jan Christian Meier: Der Intraoral-Scanner wird in den nächsten Jahren immer mehr den täglichen Praxisalltag prägen. Dieser Kurs richtet sich an das Team und soll einen Überblick über die aktuell am Markt befindlichen Scanner bieten. Der Schwerpunkt des Workshops liegt auf den Fragestellungen „Was kann die Assistenz vor- und nachbreiten beim Scannen“? – „Welche Scans kann die Assistenz selbstständig durchführen“? – „Welche Scan-Protokolle gibt es“? Die Fragestellungen werden im Rahmen eines kompakten praxisnahen Vortrags und einem ausführlichen HandsOn-Teil beantwortet. Ziel des Workshops ist es die Begeisterung für das Scannen mit dem Intraoral-Scanner zu wecken. Ein erfolgreicher Einsatz des Scanner im Praxisalltag kann nur im Team funktionieren. Dann macht das Scannen Spaß und bringt einen Mehrwert für die Praxis.


Schwangere Patientinnen in der Zahnarztpraxis – was müssen wir beachten?

Dr. Jeannette Raue: Im Leben einer Frau finden die stärksten physiologischen und hormonellen Veränderungen während der Schwangerschaft statt. Auch die Mundhöhle ist davon betroffen. Vertiefen Sie in diesem Workshop Ihr Wissen über mögliche Veränderungen in der Mundhöhle während der Schwangerschaft und erfahren Sie, wie Sie die schwangere Patientin während dieser Zeit unterstützen können und was bei der Behandlung zu beachten ist.


Implantatprophylaxe – wie aktuell ist die Notwendigkeit? Must have oder nice to have?

ZÄ Eleni Kapogianni, M. Sc.: Wie notwendig ist die Implantatprophylaxe wirklich? Das ist eine Frage, die klar beantwortet werden kann. Die Unterschiede in der Anatomie der umgebenden Gewebe und Verankerung Zahn versus Implantat berechtigt zur Erstellung eines individuellen und den Strukturen angepassten Reinigungsprozedere.

Im Vortrag werden die Unterschiede aufgeführt und in einem Behandlungskonzept zusammengefasst. Ebenfalls wichtig sind da natürlich auch die Vorstellung der unterschiedlichen Hilfsmittel zur Implantatprophylaxe, die besonders im Vergleich zur konventionellen Prophylaxe an natürlichen Zähnen zu beachten sind.


Stress – ein Risikofaktor in Sachen Mundgesundheit

ZMF Stefanie Kurzschenkel: Was ist Stress, welche Auswirkungen hat er und wie macht er sich bemerkbar? Erläuterung im Allgemeinen, sowie die im Bezug auf die Mundgesundheit.
Psychosozialer Stress beeinflusst unser Immunsystem und so auch unsere Gesundheit. Der Zusammenhang zwischen psychischen Belastungen und Parodontitis konnte in Studien gezeigt werden. Stress und Depressionen begünstigen zum einen die Entstehung einer Parodontitis, kann die Zerstörung schneller vorantreiben und die Wundheilung nach der Therapie verschlechtern. Auswirkungen können innerhalb kürzester Zeit sichtbar werden und durch eine intensive Stressepisode eine mittelschwere Parodontitis initiieren. Weitere Auswirkungen sind die Stressverarbeitung in Form von Kieferauslenkung (Knirschen und Pressen), sowie Vernachlässigung der Mundhygiene.

  • Praxistaugliche und lösungsorientierte Methoden in der Anamneseerhebung und Beurteilung
  • Patientenberatung – Zusammenhänge darstellen und stressinduzierte Erkrankungen erkennen
  • Entspannungsverfahren, alltagstaugliche Übungen in Kurzversion

Freuen Sie sich auf eine entwickelte Progressive Muskelentspannung für Gesicht, Nacken- und Kieferbereich.


Eine Reise durch den „Dschungel der Zahnbürsten“

ZMP Melanie Herdepe: Was reinigt besser?
Rund oder oval, Schall oder Rotation, manuell oder elektrisch? Welches ist die effektivste oder doch die schonendste Art der Zahnreinigung?
Welche Zahnbürste ist für mich die Richtige?
Oft stehen Patienten/innen genau vor diesen Fragen. Für den/die Endverbraucher/in ist es, hinsichtlich der Vielfalt und des Angebots an Zahnbürsten, oftmals schwierig den Überblick zu behalten, daher ist eine kompetente fachliche Beratung durch das zahnmedizinische Praxispersonal nützlich und empfehlenswert.
Dieser Workshop zeigt die Möglichkeiten der täglichen, häuslichen Zahnpflege auf und begleitet Sie durch den „Dschungel der Zahnbürsten“, um für jede/n Patienten/in eine angemessene und individuelle Art der Reinigung zu finden.


Vortragsblock

Samstag, 3.12.2022, Veranstaltungsort: Rostlaube, Habelschwerdter Allee 45, 14195 Berlin

Hinweis: Der Vortragsblock findet in Präsenz sowie als Online Live-Seminar statt. Bitte beachten Sie, dass die Referenten ggf. teilweise online dazugeschaltet sind. Möchten Sie sich zum Online Live-Seminar anmelden, setzen Sie bitte im Buchungsformular das Häkchen (Rabatt Onlineteilnahme).

Einleitung/Grußworte
Mundspüllösungen – ein Dauerbrenner mit und ohne Pandemie (Prof. Dr. Nicole Arweiler)
Delegation in der Zahnarztpraxis mit Fokus auf die neue PAR-Richtlinie – Möglichkeiten und Grenzen (Dr. Sebastian Ziller)
Erfolgreich zu kommunizieren – wie geht das? Überzeugen und nicht überreden (Prof. Dr. Johan Wölber)
Prävention in der Senioren-Zahnmedizin – zu spät oder gerade jetzt? (Prof. Dr. Stefan Zimmer)
Tombola

Kursbeschreibungen Vortragsblock

Mundspüllösungen – ein Dauerbrenner mit und ohne Pandemie (Prof. Dr. Nicole Arweiler)

Mundspüllösungen haben in der Zahnmedizin einen hohen Stellenwert – dies zeigen zahlreichen wissenschaftliche Leitlinien und die Diskussion um das Mundspülen vor zahnärztlicher Behandlung in Zeiten der Covid-19 Pandemie. Im Vortrag soll zum einen auf das Potential von Mundspüllösungen bei der Hemmung oder Abtötung von Bakterien des dentalen Biofilms im Rahmen der Prophylaxe/Therapie entzündlicher Parodontalerkrankungen eingegangen werden. Zum anderen soll auch die Fähigkeit von Mundspüllösungen zur möglichen Abtötung von SARS-CoV2 kritisch analysiert werden. Die Teilnehmer erhalten wertvolle Tipps für die eigene praktische Tätigkeit sowie zur Beratung ihrer Patienten.

Delegation in der Zahnarztpraxis mit Fokus auf die neue PAR-Richtlinie – Möglichkeiten und Grenzen (Dr. Sebastian Ziller)
Ein wichtiger haftungsrechtlicher und forensischer Aspekt der täglichen Arbeit in der Zahnarztpraxis ist die Frage nach der Übertragung bestimmter Tätigkeiten. Der Grundsatz der persönlichen Leistungserbringung beinhaltet das Recht des Zahnarztes/der Zahnärztin, Zahnmedizinische Fachangestellte, die unter Aufsicht und unter allgemeiner arbeitsrechtlicher und besonderer zahnärztlicher Fachanweisung stehen, für die Delegation zahnärztlicher Tätigkeiten heranzuziehen. Die gesetzlichen Delegationseröffnungen sind in § 1 Abs. 5 und 6 des Gesetzes über die Ausübung der Zahnheilkunde (ZHG) geregelt.
Da die Absätze 5 und 6 im § 1 des ZHG nicht abschließend formuliert sind, ergeben sich bei neuen Leistungsbeschreibungen, wie z. B. aktuell der BEMA-Positionen in Zusammenhang mit der Richtlinie zur systematischen Behandlung von Parodontitis und anderen Parodontalerkrankungen (PAR-Richtlinie), Fragen hinsichtlich der Delegierbarkeit dieser (Teil-)Leistungen.
Ausgehend vom Zahnheilkundegesetz und den Aufstiegsfortbildungsqualifikationen zeigt der Vortrag an konkreten Beispielen, welche Leistungen Zahnärzte rechtssicher delegieren kann und wo die Grenzen der Delegation liegen. Dabei wird zentral die neue Behandlungsstrecke bei der Parodontitistherapie unter den Bedingungen der seit dem 1. Juli 2021 geltenden PAR-Richtlinie berücksichtigt. Zudem werden auch haftungs- und arbeitsrechtliche Aspekte erläutert.

Erfolgreich zu kommunizieren – wie geht das? Überzeugen und nicht überreden (Prof. Dr. Johan Wölber)
Häufig ist der Praxisalltag geprägt von „direktiver“ Kommunikation, d. h. von vielen kleinen Anweisungen und gut gemeinten Ratschlägen (die wir aussprechen oder bekommen) und häufig fühlen wir uns dadurch nicht unbedingt motivierter. Das trifft häufig auch auf das Gespräch mit Patient*innen in der Prophylaxe zu.
Erfolgreiche Kommunikation kann man aber lernen und im Praxisteam leben. Eine Kommunikationsmethode, die in ihrer Wirkung als erfolgreich untersucht wurde, ist die Motivierende Gesprächsführung (engl. Motivational Interviewing) nach Miller und Rollnick. Sie ist geprägt von Wertschätzung, dem Blick auf das, was Patient*innen bereits können und viel eigenen Ideen (im Gegenteil zu Ratschlägen). Denn es sind häufig die eigenen Ideen, die für das eigene Leben am besten sind.
Motivierende Gesprächsführung kann für eigentlich alle Bereiche in der Prophylaxe eingesetzt werden. Vor allem natürlich bezüglich Motivation zur Mundhygiene, aber auch zur Raucherentwöhnung oder Ernährungsumstellung.
Der Vortrag zeigt die Basics der Motivierenden Gesprächsführung, sowohl in Theorie als auch Praxis.

Prävention in der Senioren-Zahnmedizin – zu spät oder gerade jetzt? (Prof. Dr. Stefan Zimmer)
Es ist das Wesen der Prävention, dass sie dauerhaft betrieben werden muss. Es bringt nichts, wenn ich mich nur mal ein Jahr gesund ernähre, einen Monat Sport treibe oder kurz mit dem Rauchen aussetze. Auch für die Mundgesundheit ist dauerhafte Vorbeugung erforderlich, aber sie muss den sich im Laufe eines langen Lebens ändernden Bedürfnissen angepasst werden. Das gilt insbesondere in der Seniorenzahnmedizin, in der einerseits spezifische Risiken (Wurzelkaries, Erosionen, Abrasionen, Parodontitis) und Bedürfnisse (Pflege von Zahnersatz) zunehmen und andererseits die körperlichen Ressourcen (Mobilität, Geschicklichkeit, Sehvermögen) abnehmen. Aber noch eine Erkenntnis ist wichtig: Solange noch Zähne vorhanden sind, ist es nicht zu spät, mit Prävention zu beginnen.