25. Berliner Prophylaxetag vom Philipp-Pfaff-Institut

Mit zukunftsweisenden Themen zur Prävention von Zahnerkrankungen wird das Programm unseres diesjährigen Prophylaxetages gestaltet: Das Philipp-Pfaff-Institut lädt das gesamte Team der Zahnarztpraxis ein, sich am 3. und 4. Dezember 2021 durch neue Impulse aus Wissenschaft und Praxis vielseitig fortzubilden.

Das bewährte 2-Tages-Konzept unseres Prophylaxe-Events wird beibehalten. Am ersten Tag können Sie Ihre Kenntnisse in verschiedenen Workshops rund um die Prophylaxe auffrischen und vertiefen. Am Folgetag werden von anerkannten Experten aus der Zahnmedizin wissenschaftliche Erkenntnisse und ihre Umsetzung im Praxisalltag vorgestellt.

An beiden Tagen haben Sie gleichzeitig die Möglichkeit, sich über Neuheiten der Dentalbranche, besonders im Bereich der zahnärztlichen Prävention und Prophylaxe, zu informieren.

Die Themen sind wie gewohnt sehr vielfältig. So geben wir am Freitag Tipps, wie man Patienten die Angst vor einem Rauchstopp nimmt, sprechen die wichtigsten Bigpoints zur Rechtssicherheit für Angestellte in einer Zahnarztpraxis an oder zeigen, wie man risikoorientierte PZR und UPT in Zeiten von Pandemien individuell abstimmt.

Erstmalig findet der Vortragsblock am Samstag als Hybrid-Veranstaltung statt. Das bedeutet, dass Sie entscheiden können, den PX-Tag vor Ort zu besuchen oder dem Vortrag bequem von Zuhause zu folgen.

WORKSHOP-Themen • Fr 03. Dezember 2021

Die Bedeutung der Zungenreinigung als Maßnahme der professionellen Mundreinigung

Referentin DH Birgit Stalla: Unsere Mundhöhle ist, mit dem Magen-Darmtrakt, eines der größten Biotope unseres Körpers. Dabei nimmt die Zunge mit ihrer rauen, verklüfteten Oberflächenstruktur eine besondere Rolle ein.
Tauchen Sie ein in eine fabelhafte Welt der Mundhöhle mit ihren unterschiedlichen Bewohnern. Welche Mikroorganismen helfen und unterstützen uns bei allen stoffwechsel- und immunologischen Funktionen und welche können unseren Organismus schädigen.
Entwickeln Sie ein gutes Gefühl für Ihre Mundgesundheit und das Bedürfnis, diesen Lebensraum für Ihre Gesundheit zu erhalten.
Dafür bedarf es fachlicher Unterstützung bei der Auswahl geeigneter Diagnostik, innovativer Methoden und Hilfsmittel in der professionellen und häuslichen Mundhygiene. Diese werden Sie im praktischen Teil des Workshops erhalten.


Natürlich (mund)gesund

Referentin ZMP Maren Albrecht: Der Trend zur Naturheilkunde ist größer denn je. Auch in der Zahnmedizin können alternative Heilmethoden eine ergänzende Bereicherung sein. Das orale Immunsystem rückt dafür besonders in den Mittelpunkt, denn es ist Teil des Ökosystems Mensch, d. h. es steht in Wechselbeziehung zu den verschiedensten Organsystemen und der Umwelt.
Mit Hilfe der Ernährung kann man hier besonderen Einfluss nehmen. Die Mundflora korreliert mit der Darmflora. Sie ist stets individuell, ähnlich einem genetischen Fingerabdruck und benötigt verschiedene Co-Faktoren, um im Gleichgewicht zu bleiben. Welche Co-Faktoren sind das, welche Mikronährstoffe werden besonders benötigt? Gibt es alternative Heilmethoden, die bei der Herstellung des Gleichgewichtes unterstützen? Können z.B. Probiotika einen positiven Einfluss nehmen?
In diesem Workshop erweitern Sie Ihren Wissensschatz zum Thema Ernährung und naturheilkundliche Therapien und können bei einer Ernährungsberatung live dabei sein. So wird es Ihnen leicht fallen diesen Schwerpunkt in Ihre Patientenberatung zu integrieren.


Weis(s)er geht´s nicht

Referentin DH Karola Westrup: Sehr viele Patienten träumen von schönen weißen Zähnen, die ihren Auftritt im Job und im Privaten perfektionieren sollen. Für dieses Hollywoodlächeln locken viele Angebote im Drogeriemarkt oder im Internet selbst Hand anzulegen. Doch reichen diese Methoden wirklich, um die Wünsche der Patienten zu erfüllen? Und wie sicher sind sie? Welche schonenden Bleachingmethoden gibt es in der Zahnarztpraxis? Damit Sie die Patienten zu diesen Fragen gut aufklären können, ist es wichtig, die Grundlagen zur Zahnaufhellung zu kennen.
Anhand von vielen Patientenfällen aus der eigenen Praxis werden die verschiedenen Vorgehensweisen erklärt und die Vor -und Nachteile der jeweiligen Methoden aufgezeigt. Sie erhalten Tipps für die Behandlung von eventuell auftretenden Schmerzempfindlichkeiten nach einer Zahnaufhellung und erfahren, welche Maßnahmen der Patient zur Pflege nach einem Bleaching erhalten sollte.
Außerdem wird darüber gesprochen, wie Bleaching korrekt abgerechnet wird und ob die Leistungen in bestimmten Zusatzversicherungen erhalten sein können.


Das kleine Rechtseinmaleins in der Zahnarztpraxis

Referentin ZMF Sylvia Gabel: Guter Rat ist manchmal teuer. Nicht so in diesem Seminar. Hier werden die wichtigsten Bigpoints zur Rechtssicherheit für Angestellte einer Zahnarztpraxis angesprochen und bearbeitet. Dazu zählen die Umsetzung der Empfehlungen zum Datenschutz aber auch Fragen zum Arbeits- und Vertragsrecht. Dieses beinhaltet nach Abschluss eines Arbeitsvertrages Rechte und Pflichten von Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Um Konflikte zu vermeiden gilt es, vorbereitet und informiert zu sein. Zur Erleichterung des Praxisalltags hören Sie auch aktuelle Tipps zum Arbeitsschutz und zur Arbeitssicherheit. Auf die wichtigsten Änderungen zum Mutterschutz und Elternzeit wird die Referentin ebenfalls eingehen.
Wer beruflich etwas erreichen möchte, kommt um lebenslanges Lernen nicht herum. Je nachdem, welches Ziel Sie verfolgen und welche Anforderungen an Sie gestellt werden, können Sie entscheiden, welche Fortbildungen für Sie passend sind. Dazu gibt die Referentin einen ausführlichen Überblick über mögliche Fort- und Weiterbildungswege im Beruf der/des Zahnmedizinischen Fachangestellten.


Hilfen zum Rauchstopp – es ist nie zu spät

Referentin Dr. phil. Isabelle Azoulay: Rauchen verursacht Krebs, Atemwegs- und Herz-Kreislaufkrankheiten – das dürfte inzwischen allen Rauchern bewusst sein. Viel weniger bekannt ist allerdings, dass das Rauchen auch im Mundbereich vielfältige Schäden anrichtet. Wie kann ich Patienten ansprechen, damit Sie die Angst vor einem Rauchstopp verlieren? Wie stellen wir tabakabhängigen Personen eine Veränderung in Aussicht? Ein neues Verständnis von Sucht soll Auswege aus der Sackgasse aufzeigen und Angebote zum Rauchstopp in den Praxen implementieren.


Nicht nur IP1-4 – bei Kinderprophylaxe geht noch viel mehr

Referentin Dr. med. dent. Alexandra Wolf: Oftmals läuft Kinderprophylaxe in der Praxis so nebenbei. Erfahren Sie im Workshop von der Kinderzahnärztin Dr. Wolf, wie vielseitig die Instrumente der Kinderprophylaxe eingesetzt werden können, um das gesamte Praxiskonzept aufzupeppen. So können mit mehr Begeisterung auch mehr Umsätze generiert werden. Neben dem Sichtbarmachen von Plaquemonstern gibt es Tipps und Anregungen für zahngesunde Ernährung, die Auswahl der passenden Zahnbürste und Unterhaltungsmöglichkeiten mit bezahlten Plüschtieren wie „Kroko und Co.“


Deutschland wird alt und grau

Referentin DH Nicole Graw: Die Zahl der Pflegebedürftigen wird laut einer Prognose der Bundesregierung von 2,6 Millionen Betroffenen im Jahr 2030 auf 3,4 Millionen steigen.
Demzufolge landen immer mehr Menschen im Heim, das Modell der Großfamilie hat ausgesorgt. Multimorbidität, Einschränkungen in der Mobilität oder Demenz können dafür verantwortlich sein, dass erst wenn Schmerzen oder eine Minderung der Kaufunktionen auftreten, ein Zahnarzt hinzugezogen wird. Präventive Konzepte zur Betreuung von Senioren im Pflegeheim unterstützen eine lebenslange (Mund) Gesundheit und können gut und wirtschaftlich umgesetzt werden. Zukünftig werden Pflegeeinrichtungen verpflichtet sein, einen Expertenstandard (Deutsches Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege) zur Mundhygiene in der Umsetzung zu implementieren. Hierbei können zahnärztliche Praxen wunderbar mit Altenheimen zusammenarbeiten.

  • Wie kann die mundgesundheitsbezogene Lebensqualität verbessert werden?
  • Warum es leicht sein kann im Pflegeheim zu arbeiten
  • Wie fit sind ältere Menschen?
  • Ein Tag im Pflegeheim der Zukunft
  • Fallbeispiele

Risikoorientierte PZR in Zeiten von Pandemien

Referentin DH Solveyg Hesse: Haben wir in Zahnarztpraxen ein höheres Risiko, uns mit Viren zu infizieren? Die professionelle Zahnreinigung und die unterstützende Parodontitistherapie (UPT) sind feste Bestandteile der Vorsorgeprogramme in jeder Zahnarztpraxis. Regelmäßig durchgeführt sorgen sie für die Aufrechterhaltung der Mund- und Zahngesundheit bzw. der Früherkennung von Infektionen. Hierbei sind in Pandemiezeiten sehr strenge Kriterien zu erfüllen und die Mitverantwortung liegt bei der Prophylaxe Fachkraft. Es ist deshalb ratsam, das jeweilige Vorgehen für jeden Patienten und für jede Praxis individuell abzustimmen.
Im Workshop werden Empfehlungen zur Standardvorgehensweise vorgestellt, die jedoch keinen rechtsverbindlichen Charakter haben. Sie bieten eine Orientierung für die Praxen. Des Weiteren werden die Inhalte der PZR / UPT unter dem Gesichtspunkt Pandemie besprochen und es finden kurze praktische Übungen am Modell statt.


Vortragsblock-Themen • Sa 04. Dezember 2021

Einleitung/Grußworte (Dr. Karsten Heegewaldt, Präsident der Zahnärztekammer Berlin und RA Björn Karnick, Geschäftsführer der Landeszahnärztekammer Brandenburg)
Prävention als Aufgabe der Politik (Prof. Dr. Dietmar Oesterreich)
Aligner und Patientensicherheit (Dr. Kai Vahle-Hinz)
Probiotika: Können Patienten zukünftig auf das Zähneputzen verzichten? (Prof. Dr. Dirk Ziebolz)
Professionelles Honorarmanagement – Prophylaxe in eigener Sache (Anja Mehling)

Kursbeschreibungen Vortragsblock

Prävention als Aufgabe der Politik (Prof. Dr. Dietmar Oesterreich)

Die Zahnmedizinische Prävention ist eine Erfolgsgeschichte auch im Vergleich der medizinischen Fachdisziplinen. Das bio-psycho-soziale Krankheitsverständnis und der darauf basierende gemeinsame Risikofaktorenansatz bietet darüber hinaus Ansätze und Möglichkeiten Prävention und Gesundheitsförderung auszubauen.
Die SARS-Covid-2 Pandemie hat jedoch nicht nur zahlreiche Auswirkungen auf Strukturen und Maßnahmen in der zahnmedizinischen Prävention, sondern erweitert deutlich die Dimension von Prävention und Gesundheitsförderung. Fast zwei Jahre nach dem Ausbruch der Versuch einer Einordnung aus Sicht der Zahnmedizin.

Aligner und Patientensicherheit (Dr. Kai Vahle-Hinz)

Durch Internet Start-Ups wird die kieferorthopädische Behandlung der Zähne mit Alignern massiv beworben. Das Vorgehen wird als einfach und gefahrlos dargestellt. Zum Teil wird die Behandlung genauso sorglos umgesetzt. Allerdings gelten für die kieferorthopädische Behandlung mit Alignern die gleichen Grundprinzipien wie bei jeder anderen kieferorthopädischen Behandlung mit den entsprechenden Risiken. Es scheint daher zu mindestens fahrlässig den diagnostischen Standard zur Planung einer Behandlung, durch z.B. das Entfallen einer Röntgendiagnostik, zu unterschreiten. Zudem findet häufig keinerlei Kontrolle des Behandlungsverlaufes statt. Durch diese Unterschreitung des medizinischen Standards kann es zu Misserfolgen bei der Behandlung und zu bleibenden Schäden im craniomandibulären System kommen. Im Vortrag soll auf die notwendige Grunddiagnostik und mögliche Komplikationen eingegangen werden zudem werden mögliche Vorgehensweisen für die zahnärztliche Praxis dargestellt.

Probiotika: Können Patienten zukünftig auf das Zähneputzen verzichten? (Prof. Dr. Dirk Ziebolz)

Mit einer weltweit hohen Prävalenz oraler Erkrankungen, wie Karies und Parodontitis, sind deren Therapie und Prävention als Kernherausforderungen für die zahnmedizinische Versorgung anzusehen. Primäre Ursache ist die mikrobielle Besiedelung mit Biofilmen aus verschiedenen (potenziell) pathogenen Bakterien auf der Grundlage einer Dysbiose des oralen Mikrobioms. Weiterführend wird aktuell der Entzündungsprozess, der zu einer wirtsvermittelten Dysbiose führt, bei der Entstehung bzw. Progression vornehmlich parodontaler Erkrankungen (Gingivitis und Parodontitis) in den Mittelpunkt der Betrachtung gestellt.
Im Zentrum aktueller Therapie- bzw. Präventionskonzepte steht weiterhin die symptomatische mechanische Entfernung bakterieller Biofilme. Darüber hinaus verfolgen kausale (ursachenbezogene) Betreuungsansätze das Ziel einer Modulation des Keimspektrums und/oder der Wirtsmodulation immunologischer Prozesse. Eine Möglichkeit hierfür ist der (ergänzende) Einsatz von Probiotika, welche neben einem direkten Einfluss auf Bakterien und/oder –deren Stoffwechsel auch eine entzündungshemmende Wirkung mit verbundener Auflösung krankheitsfördernder bakterieller Dysbiosen bedingen. Eine wissenschaftlich fundierte Beurteilung bzw. Bewertung zum Einsatz von Probiotika im Rahmen der Therapie und Prävention von Karies und Parodontitis scheint daher zeitgemäß.
Der Vortrag gibt einen Überblick über aktuelle Empfehlungen zum Einsatz von Probiotika in der zahnmedizinischen Betreuung unter besonderer Berücksichtigung und Einordnung aktueller wissenschaftlicher Daten. Dabei sollen insbesondere klinisch relevante Einsatzmöglichkeiten aufgezeigt und diskutiert werden, die eine bewusste Anwendung in der zahnärztlichen Praxis gestatten.

Professionelles Honorarmanagement – Prophylaxe in eigener Sache (Anja Mehling)

Einführung: Über Recht wird nicht selten gesagt, es sei überall und nirgends. Tatsache ist, dass der Praxisalltag eines Zahnarztes von rechtlichen Fragen rund um die Abrechnung durchsetzt ist – was bewusst ist oder auch nicht. Die „optimale“ Liquidation beginnt nicht mit der Rechnungslegung, sondern ist v.a. eine Frage der richtigen Information und Kommunikation. Anhand von Rechts- und Praxisfällen wird juristisch fundiert, indes nicht trocken, vielmehr unterhaltsam vermittelt, welche Risiken, aber auch welche Chancen hier liegen und wie die Praxis am besten bei der Abrechnung ihrer Leistungen vorgeht und beim Forderungseinzug (Rechts)Streitigkeiten vermeidet. Praxistipps sind inklusive.

Abstract und voraussichtliche Inhalte:

  • Optimale Abrechnung – v.a. eine Frage der Kommunikation
  • Korrekte Dokumentation – Vergessene Leistungen
  • Aufklärung – medizinische Aufklärung und wirtschaftliche Information
  • Richtiger Rechnungsempfänger – Behandlung von Minderjährigen und Betreuten
  • Forderungsmanagement – selbst machen oder outsourcen

Das Programm